Projekte

Im Frühjahr 2015 habe ich mit dem amerikanischen Komponisten und Musiker Dr.Jeremy Sagala (ehem. Professor an der SUNY Fredonia) ein Projekt mit dem Namen “ 5 Gedichte von Trakl“ des österreichischen Dichters Georg Trakl (1887-1914) initiiert.

Christiaan Tonnis Georg Trakl Print

Quelle: Christiaan Tonnis Georg Trakl Print

Georg Trakt war ein Österreichischer Dichter und trug einen großen Beitrag zur Entwicklung der expressionistischen literarischen Bewegung bei. Anstatt eine spezifische Geschichte zu erzählen, läßt er seine Gedichte durch das Nebeneinander von dunklen Bildern, Metaphern, Fragmentierungen und Unklarheit sprechen. Trakt betrachtet die Welt um ihn herum als zusammenfallend, sieht sich mitten darin und wird immer weiter hineingezogen – einen Standpunkt, der in seinen Werken allgegenmächtig ist.

Wir haben uns für die Gedichte „Schweigen“, „Melancholie“, „Winterdämmerung“, „Jahreszeit“ und „Der Schlaf“ entschieden.

Meine Aufgabe bestand darin, die Gedichte auf verschiedenste Art und Weise einzusprechen.  Die Aufnahmen wurden mit unterschiedlichen Sound Programmen von Jeremy bearbeitet und modifiziert.

Die Uraufführung fand am 21. April an der Universität des Staates New York, Oneonta (USA), im Rahmen der > Sound Gallery< statt.

Eine weitere Aufführung des Stückes fand am 24. April diesen Jahres an der SUNY Fredonia  (USA) statt.

Aktuell:

Am 25. Juni 2015 in der Black Box (CUBA) in Münster werden die Gedichte im Rahmen des Konzertes für „New Music for Electric Guitar“ zusammen mit Jeremy Sagala aufgeführt.

Hier ein Auszug der „5 Gedichte von Trakl“ (Schweigen, Melancholie, Winterdämmerung)

„Schweigen“


„Melancholie“


„Winterdämmerung“


Schweigen
Über den Wäldern schimmert bleich
Der Mond, der uns träumen macht,
Die Weide am dunklen Teich
Weint lautlos in die Nacht.

Ein Herz erlischt – und sacht
Die Nebel fluten und steigen –
Schweigen, Schweigen!

Melancholie
Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen,
Die lang mich anschaun im Vorübergleiten.
Guitarrenklänge sanft den Herbst begleiten
Im Garten, aufgelöst in braunen Laugen.

Des Todes ernste Düsternis bereiten
Nymphische Hände, an roten Brüsten saugen
Verfallne Lippen und in schwarzen Laugen
Des Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten.

Winterdämmerung
Schwarze Himmel von Metall.
Kreuz in roten Stürmen wehen
Abends hungertolle Krähen
Über Parken gram und fahl.

Im Gewölk erfriert ein Strahl;
Und vor Satans Flüchen drehen
Jene sich im Kreis und gehen
Nieder siebenfach an Zahl.

In Verfaultem süß und schal
Lautlos ihre Schnäbel mähen.
Häuser dräu’n aus stummen Nähen;
Helle im Theatersaal.

Kirchen, Brücken und Spital
Grauenvoll im Zwielicht stehen.
Blutbefleckte Linnen blähen
Segel sich auf dem Kanal.


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